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Adoleszenz

Veröffentlicht am 22.07.2017

Jugendliche, Pubertät, Adoleszenz, Teenager. Diese Begriffe bezeichnen alle einen Lebensabschnitt, in dem die Jugendlichen vor große Herausforderungen gestellt werden. Sie beenden in dieser Zeit die Schule, treffen eine Berufswahl und beginnen eine Berufsausbildung. Gleichzeitig ist es eine Phase, in der sie sich vom Elternhaus abnabeln und sich klarwerden müssen, wer sie sind und welche Ziele sie verfolgen.

Adoleszenz – der ganz normale Wahnsinn

Jugendliche, Pubertät, Adoleszenz, Teenager. Diese Begriffe bezeichnen alle einen Lebensabschnitt, in dem die Jugendlichen vor große Herausforderungen gestellt werden. Sie beenden in dieser Zeit die Schule, treffen eine Berufswahl und beginnen eine Berufsausbildung. Gleichzeitig ist es eine Phase, in der sie sich vom Elternhaus abnabeln und sich klarwerden müssen, wer sie sind und welche Ziele sie verfolgen.

Wenn wir einen Blick auf die Entwicklung der Schul- und Berufsausbildung werfen, zeigt sich, dass diese immer differenzierter und länger wurde, passend zu der immer komplexer werdenden Arbeitswelt. Die Jugendlichen traten damit auch immer später ins Berufsleben ein.

Die Adoleszenz findet also im schulischen oder beruflichen Umfeld statt. Die Handwerkszünfte schickten in früherer Zeit die jungen Menschen auf Wanderschaft und nahmen sie erst wieder auf, wenn sie sich die „Hörner abgestoßen“ hatten. So manch ein Lehrer oder Ausbilder wünscht sich diese Praxis zurück. Denn die Natur hat zwar den Jugendlichen einen biologischen Mechanismus mitgegeben, der ihn durch diese Phase führt, den Erwachsenen, die mit den Jugendlichen in Familie, Schule und Berufsausbildung zu tun haben fehlt aber meist eine Bewältigungsstrategie für diese oft sehr schwierige Phase. Das Nervenkostüm der erwachsenen Personen im Umfeld eines Jugendlichen liegt meist blank, der Streit ist vorprogrammiert.

 

Begriffsklärung

Die Begriffe Pubertät und Adoleszenz werden im alltäglichen Gespräch meistens als Synonyme benutzt. Fachlich betrachtet bezeichnen sie aber zwei unterschiedlich lange Phasen. Dabei beinhaltet die Adoleszenz die Pubertät, geht dann aber noch weit über das Alter hinaus, das wir für gewöhnlich als Jugendphase bezeichnen.                            

Unter Pubertät (von lat. pubertas „Geschlechtsreife“) versteht man den Zeitraum vom Beginn der Ausschüttung von Geschlechtshormonen bis zur Geschlechtsreife und vollen Entwicklung des Körpers. Bei Mädchen liegt diese Phase zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr. Die Jungen sind ein wenig später dran. Sie pubertieren zwischen dem 12. und 21. Lebensjahr.

Der Begriff Adoleszenz (von lat. adolescere „heranwachsen“) ist dabei viel weiter gefasst. Er beinhaltet den Zeitraum vor der Pubertät bis zum Abschluss der psychischen und physischen Reifung zum selbständigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen.

 

Veränderungen im Gehirn

In der Adoleszenz finden umfangreiche strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn statt.

Ein Kind baut während seiner Entwicklung zu den bereits vorhandenen Nervenzellen in einer unwahrscheinlichen Geschwindigkeit unzählige Verbindungen auf. Diese Verbindungen werden schon um das 3. Lebensjahr während der Trotzphase überprüft und reorganisiert. Die Verhaltensmuster eines trotzenden Kleinkindes sind in manchen Bereichen durchaus vergleichbar mit Verhaltensweisen von Jugendlichen. Die Veränderungen in den Gehirnen von jungen Menschen sind allerdings weitaus größer und weitreichender als bei den Kleinkindern.

Die Veränderungen betreffen vor allem das Frontalhirn und das Limbische System. Dabei kommt es zu einem Ungleichgewicht der beiden Hirnteile. Folgende Prozesse fallen den Jugendlichen schwer:

-        zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen

-        Situationen abwägen

-        Selbstkontrolle

-        Planung von Handlungen

-        Planung und Einsatz von Bewegung.

Viele weitere Veränderungen haben ebenso großen Einfluss auf das Verhalten der Jugendlichen. In einem Seminar geben wir Ihnen dazu gerne weiter Informationen.

 

Ein paar Tipps

Gestalten Sie mit dem Jugendlichen eine positive Beziehung. Vermeiden Sie Ausgrenzungen, weil vielleicht ein Jugendlicher nicht ins Schema passt. Seien Sie gerecht und einschätzbar. Versuchen Sie neutral und wertfrei zu bleiben. Die Jugendlichen müssen sich auf Sie verlassen können. Heben Sie ruhig die positiven Seiten hervor. Das dürfen Sie im Gegensatz zu den Kritikpunkten auch gerne vor der Gruppe.

Halten Sie keine Predigten. Sagen Sie klar und deutlich in kurzen Sätzen was Sie meinen.

Kommt es doch zu einer Eskalation, versuchen Sie eine neutrale Position einzunehmen. Kündigen Sie ein klärendes Gespräch für später an, wenn sich die Gemüter abgekühlt haben. Geben Sie dem Jugendlichen eine Rückzugsmöglichkeit, wo er, ohne sein Gesicht vor anderen zu verlieren, sich beruhigen kann. Wenn das Gespräch stattfindet, beginnen Sie mit positiven Seiten. Jeder Mensch hat etwas Positives. Manchmal muss man es nur suchen. Seien Sie wertschätzend und offen für die Sorgen des Jugendlichen.

Denken Sie daran:

Jugendliche:

-        sind kreativ, originell, spontan

-        sind schnell, mutig und neugierig

-        haben manchmal sehr spezielles Wissen

-        sind schnell begeisterungsfähig wenn die Aufgabe stimmt

-        zeigen hohe Einsatzbereitschaft, z.B. im Ehrenamt

-        haben ein revolutionäres, unabhängiges Denken

Locken Sie diese Fähigkeiten hervor.

 

 

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