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Resilienz im Kindergarten – Widerstandskraft für Kinder und Erzieherinnen

Veröffentlicht am 19.06.2017

 Stressmanagement, Resilienz und Widerstandskraft sind gerade in aller Munde. Zwei aktuelle Studien der Krankenkassen befassen sich mit diesen Themen und kommen zu dem Schluss, dass Stress, Burn-Out und Fehlzeiten am Arbeitsplatz vor allem durch wenig Resilienz der Mitarbeiter und geringe Wertschätzung in den Unternehmen verursacht werden.

Resilienz im Kindergarten – Widerstandskraft für Kinder und Erzieherinnen

Stressmanagement, Resilienz und Widerstandskraft sind gerade in aller Munde. Zwei aktuelle Studien der Krankenkassen befassen sich mit diesen Themen und kommen zu dem Schluss, dass Stress, Burn-Out und Fehlzeiten am Arbeitsplatz vor allem durch wenig Resilienz der Mitarbeiter und geringe Wertschätzung in den Unternehmen verursacht werden.

Resilienz, auch psychische Widerstandskraft genannt, ist ein Begriff, der ursprünglich aus der Werkstofftechnik kommt. Dort werden Materialien als resilient bezeichnet, die wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren, nachdem sie zuvor unter großer Spannung standen.

Diese Fähigkeit von Materialien wurde auf den psychischen Bereich übertragen. Dabei hat sich die Bedeutung des Wortes Resilienz durchaus gewandelt. Anfangs wurde es für Kinder benutzt, die etwas aus ihrem Leben gemacht haben, obwohl sie aus schwierigen sozialen Verhältnissen kamen. Heute sprechen wir generell von Resilienz, wenn Menschen mit den Belastungen des Arbeitslebens gut umgehen können und so ihre psychische und körperliche Gesundheit erhalten.

Freudige Ereignisse und schlimme Situationen erleben alle Menschen. Wer resilient ist, nimmt aber eher das Gute und Schöne wahr. Die resiliente Erzieherin freut sich, dass das Glas noch halb voll ist, während die nicht resiliente Kollegin sich darüber ärgert, dass schon wieder die Hälfte fehlt.

Der Grundstein für die Resilienz wird in der Kindheit gelegt. Wenigstens eine Bezugsperson, die eine stabile emotionale Beziehung mit dem Kind aufbaut fördert bereits die Resilienz. Für gewöhnlich sind das die Eltern, die mit ihrer intuitiven Kompetenz auf Schlüsselsignale ihres Kindes reagieren. Das Kind erfährt so seine Selbstwirksamkeit und baut ein Urvertrauen zu seiner Bezugsperson auf. Die Wertschätzung, die die Eltern ihrem Kind entgegenbringen und die positiven Rollenmodelle, die dem Kind zeigen, wie Krisen bewältigt werden können, sind ebenfalls wichtige Bausteine für eine gute Resilienz.

In der heutigen gesellschaftlichen Situation, in der oft beide Elternteile arbeiten müssen und die Kinder manchmal mehr Stunden in der Betreuung verbringen als im Elternhaus spielt die Erzieherin oder Tagesmutter für die Entwicklung der Resilienz eine wichtige Rolle. Denn nun obliegt es ihr, eine emotionale Bindung zu dem Kind aufzubauen, ihm Wertschätzung und Akzeptanz entgegen zu bringen und Rollenmodelle vorzuleben.

Gerade die Wertschätzung ist bei schwierigen Kindern nicht immer einfach. Meistens sind es jedoch die Kinder, die diese Wertschätzung für die Entwicklung ihrer Resilienz am nötigsten haben.

Aber wie steht es denn um die Resilienz der Erziehrinnen selbst? Der Arbeitsalltag mit seinen vielfältigen Stresssituationen und manch schwierigem Kind - oder auch schwierigen Eltern - verlangen auch von der Erzieherin ein hohes Maß an Widerstandskraft und ein gutes Stressmanagement.

Die Psychologie benennt sieben Eigenschaften, die die Resilienz stärken.

1.     Akzeptanz

2.     Positive Emotionen

3.     Optimismus

4.     Positive Selbstwahrnehmung

5.     Kontrollüberzeugung

6.     Selbstwirksamkeitserwartung

7.     Soziales Netzwerk

Diese Eigenschaften sind bei jedem von uns unterschiedlich stark ausgeprägt. Somit hat auch jeder von uns unterschiedliche „Baustellen“, an denen die Resilienz noch gestärkt werden kann.

Mit einer guten Resilienz können Sie Dinge, die Sie eh nicht ändern können, leichter akzeptieren. Sie brauchen nicht für alles eine Antwort und können Dinge einfach mal so stehen lassen.

Sie haben eine seelische Widerstandskraft, die Sie gegenüber Schicksalsschlägen weniger anfällig macht. Sie erholen sich auch schneller von Niederlagen und Stresssituationen. Menschen mit einer guten Resilienz sind beruflich erfolgreicher und sowohl körperlich als auch psychisch gesünder. Bei ihnen sind Depressionen und Burn-Out seltener anzutreffen.

Steht uns eine schwierige Situation bevor, z. B. eine Prüfung, malen wir uns oft aus, was alles schiefgehen kann. Und nach dem Motto der selbst erfüllenden Prophezeiung geht es dann auch oft schief. Resiliente Menschen gehen einfach davon aus, dass es gutgehen wird. Dadurch ergreifen sie auch eher Chancen und halten in anstrengenden Aufgaben länger durch. Sie durchdenken zwar auch negative Ergebnisse, haben aber dann schon einen Alternativplan bereit.

Resiliente Menschen nehmen sich und ihren Körper eher an. Sie sind dadurch unabhängiger von den Meinungen anderer. Sie kennen und schätzen ihre Fertigkeiten. Ihr Selbstwertgefühl ist höher.

Manchmal fühlen wir uns trotzdem Situationen ohnmächtig ausgesetzt. Wir glauben keinen Einfluss zu haben, nichts dafür oder dagegen tun zu können. Es kostet uns unheimlich viel Kraft das auszuhalten. Resiliente Menschen sind eher davon überzeugt, dass es nicht Schicksal oder Zufall war, sondern dass ihr Handeln Auswirkungen hat. So wie sie es als Kind von ihren wertschätzenden Bezugspersonen gelernt haben. Das hilft ihnen sich in Krisensituationen nicht als Opfer zu fühlen. So finden sie eher Maßnahmen um eine Handlung oder eine Situation zu beeinflussen.

Resiliente Menschen sehen in schwierigen Aufgaben eine Herausforderung. Sie kennen ihre Fähigkeiten genau und wissen was sie leisten können und wo ihre Grenzen sind. Das mindert den Stress, den einige solcher Aufgaben auslösen können. Bei Rückschlägen lassen sie sich nicht so leicht unterkriegen und fangen einfach noch einmal von vorne an. Sie erinnern sich schneller an ihre früheren Erfolge und wie sie diese erreicht haben. So können sie früher erlernte gut funktionierende Strategien wieder in der neuen Situation einsetzen. Bei Erfolgen könne sie diese ihren Fähigkeiten zuordnen. Das gibt Zufriedenheit und steigert die Selbstwirksamkeit.

Wir wissen alle, dass in belastenden Situationen eine funktionierende Familie oder ein Freundeskreis sehr hilfreich sein kann Oft schon reicht es aus zu wissen, dass dieses soziale Netz vorhanden ist und man im schlimmsten Falle darauf zurückgreifen kann. Mit diesem Wissen im Hintergrund kann der resiliente Mensch eher ein Risiko bei neuen Aufgaben eingehen und lässt so eventuelle Chancen nicht ungenutzt verstreichen.

In all den Rollen die Sie innehaben – Tochter, Mutter, Ehefrau, Erzieherin, Führungskraft, usw - werden unterschiedliche Anforderungen an Sie gestellt. Unsere Gesellschaft und unser Arbeitsleben erwartet, dass Sie in allen funktionieren. Manchmal überkommt Sie das Gefühl der einen oder anderen Rolle nicht gerecht werden zu können. Auch Sie haben nur ein bestimmtes Maß an Energie zur Verfügung, die Sie auf alle Rollen verteilen müssen. Das beinhaltet zwangsweise, dass Sie nicht überall gleichviel zur Verfügung haben. Eine starke Resilienz und ein gutes Stressmanagement helfen Ihnen mit diesen Anforderungen besser zurecht zu kommen.

Zwar ist Resilienz in der Kindheit und Jugend am leichtesten zu erlernen, aber auch Erwachsene können sie trainieren. Während für das Kind einfach die umgebenden Erwachsenen ausschlaggebend sind, benötigen Erwachsene eben ein wenig mehr Zeit, um die Denk- und Handlungsmuster, die sich im Laufe des Lebens entwickelt habe, zu hinterfragen und zu bearbeiten.

Machen Sie den ersten Schritt für Ihre eigene Wertschätzung und Ihre Resilienz, damit Sie diese wertschätzende Haltung auch an ihre Familie und ihre Kindergruppe weitergeben können.

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